Kurze Antwort
DistroKid passt zu Artists mit vielen Releases. TuneCore ist stark, wenn du pro Release zahlen und 100% behalten willst. Amuse ist vorne kostenlos, nimmt aber Provision. RouteNote bietet Free- und Premium-Modelle. Entscheide nach Release-Frequenz, erwarteten Einnahmen, Plattformbedarf und Zusatzkosten.
Warum du einen Distributor brauchst
Spotify, Apple Music, TikTok, YouTube Music und viele weitere Plattformen nehmen Musik nicht direkt von einzelnen Artists an. Ein Distributor liefert Audio, Cover und Metadaten aus, sammelt Royalties und verwaltet oft ISRCs, Content ID und Zusatzrechte.
Ohne Distributor erscheint deine Musik nicht zuverlässig auf Streaming-Diensten. Die Wahl beeinflusst Kosten, Geschwindigkeit, Analytics, YouTube-Einnahmen und wie leicht du später den Katalog wechseln kannst.
Die vier Anbieter im Vergleich
| Feature | DistroKid | TuneCore | Amuse | RouteNote |
|---|---|---|---|---|
| Jahreskosten | $22.99-$39.99 | $14.99/Single, $49.99/Album | $0 Free | $0 oder $10/Album |
| Provision | 0% | 0% | 15% | 0% Premium / 15% Free |
| Spotify-Speed | 1-3 Tage | 2-5 Tage | 3-7 Tage | 3-14 Tage |
| Plattformen | 150+ | 150+ | 50+ | 100+ |
| YouTube Content ID | Extra | Inklusive | Nicht inklusive | Premium inklusive |
| Split Pay | Inklusive | Extra | Nicht verfügbar | Nicht verfügbar |
VK Music Hinweis: Viele westliche Distributoren liefern nicht direkt zu VK Music. Wenn diese Plattform wichtig ist, plane zusätzlich einen lokalen oder regional spezialisierten Vertrieb ein.
DistroKid: für häufige Releases
DistroKid ist attraktiv, wenn du viele Singles veröffentlichst, weil die Uploads im Jahresmodell nicht pro Release berechnet werden.
Achte auf Zusatzkosten wie YouTube Content ID, Legacy-Optionen und Support-Zeiten. Für sechs oder mehr Tracks pro Jahr ist das Modell oft sehr günstig.
TuneCore: für albumorientierte Artists
TuneCore rechnet stärker pro Release und passt deshalb besser zu Artists mit wenigen, wichtigen Projekten pro Jahr.
Stärken sind Analytics, Publishing-nahe Funktionen und ein etablierter Ruf. Prüfe aber genau, ob ein Unlimited-Plan wirklich günstiger ist als Alternativen.
Amuse: kostenloser Einstieg mit Provision
Amuse kostet vorne nichts, nimmt aber einen Anteil der Einnahmen. Bei niedrigen Umsätzen kann das sinnvoll sein, bei wachsendem Streaming wird ein Fixpreis oft billiger.
Nutze Amuse vor allem zum Testen, wenn du wenige Tracks veröffentlichst und noch keine hohen Einnahmen erwartest.
RouteNote: Freemium-Mittelweg
RouteNote bietet kostenlose Distribution mit Provision oder Premium ohne laufende Jahresgebühr.
Der Dienst kann interessant sein, wenn du asiatische Plattformen brauchst oder ein kleines Label mit Katalog verwaltest. Rechne längere Lieferzeiten ein.
Versteckte Kosten
- YouTube Content ID Kann pro Track oder Jahr extra kosten, ist aber wichtig, wenn andere deine Musik in Videos nutzen.
- Cover-Lizenzen Cover-Songs brauchen eigene mechanische Lizenzen. Distributor-Gebühren unterscheiden sich stark.
- Optionale Stores TikTok, Shazam oder Social Libraries müssen teils extra aktiviert werden.
- Steuern und Währung W-8BEN, Bankgebühren und Umrechnung können die erste Auszahlung verzögern oder schmälern.
Entscheidungsrahmen
- Schritt 1: Releases zählen
Plane Singles, EPs, Alben, Beat-Tapes und Remixe für die nächsten 12 Monate. - Schritt 2: Einnahmen schätzen
Nutze Vorjahresdaten oder rechne als neuer Artist konservativ mit sehr niedrigen Streaming-Einnahmen. - Schritt 3: Kostenmodell wählen
Viele Releases sprechen für Fixpreis, wenige Tests für Free/Provision, Alben für per-Release-Modelle. - Schritt 4: Plattformen prüfen
Bestätige TikTok, YouTube, regionale Stores und Content ID, bevor du dich festlegst. - Schritt 5: Mit einer Single testen
Lade nicht sofort den ganzen Katalog um. Prüfe Lieferzeit, Support und Auszahlung zuerst.
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Häufig gestellte Fragen
- Kann ich den Distributor wechseln, ohne Streams zu verlieren?
- Ja, wenn ISRC, Metadaten und Audiodateien gleich bleiben und der alte Release online bleibt, bis der neue ausgeliefert ist.
- Besitzt ein Distributor meine Musik?
- Seriöse Distributoren besitzen deine Masters nicht. Sie liefern nur aus. Lies trotzdem jede Rechte- und Lizenzklausel.
- Wie lange dauert Spotify-Lieferung?
- Je nach Anbieter etwa 1 bis 14 Tage. Für Pitching und Prüfung solltest du 2 bis 3 Wochen Vorlauf planen.
- Kann ich mehrere Distributoren für denselben Track nutzen?
- Normalerweise nein, sonst entstehen Duplikate. Ausnahmen sind klare regionale Spezialfälle.
- Was passiert, wenn ein Distributor schließt?
- Die Musik kann online bleiben, aber Analytics und Auszahlungen sind gefährdet. Sichere Statements, ISRCs und Lieferbelege regelmäßig.